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Jugendnotdienst Außenansicht

Willkommen auf der Seite des Jugendnotdienstes (JND)

Beratung und Hilfe für Jugendliche und Eltern -
Telefon: 030 61 00 62

Außerhalb der Öffnungszeiten (8-18 Uhr) der Jugendämter bieten wir Hilfe in Not- und Krisenfällen an.
Wir beraten
in Krisensituationen.
 
Wir schützen
vor Gewalt und Vernachlässigung.
 
Wir helfen weiter – Wir unterstützen
Angebote des Jugendnotdienstes
  • Beratung (auch anonym) und Hilfe in Not- und Krisensituationen
  • Unterstützung in der Krise
  • Inobhutnahme
  • Aufnahme und Ermutigung
  • Auswege aufzeigen: "Vom Teufelskreis zum Engelskreis"
  • Zurückvermittlung, wenn du wieder nach Hause kannst oder
  • Verlegung in eine geeignete Einrichtung
Mobirise

Beratung

Ob du uns anrufst oder vorbeikommst, du kannst dich jederzeit an uns wenden, wenn du dich in deiner Familie unwohl fühlst, traurig oder wütend bist und nicht mehr weiter weißt. Du kannst dich auch anonym beraten lassen.

Wir helfen bei den verschiedenen Formen von Konflikten.

Unter Konflikt versteht man, Situationen, in denen Meinungen und Handlungen aneinander knallen. Konfliktlösung ist die Kunst, Meinungsverschiedenheiten offenzulegen und Lösungen zu finden, mit denen sich alle Beteiligten des Konflikts zufrieden geben können.

Konflikte zeigen an, dass es Zeit für Veränderungen ist. Sie bedeuten eine Chance, festgefahrene Situationen wieder flott zu kriegen und zu klären. Wenn ein Konflikt überwunden wurde, ist es gelungen, zerstörerische Kraft in konstruktive Kraft zu verwandeln. Darauf kann man zurecht stolz sein!

Uns interessiert, wie es dir geht und welche Hilfe du dir vorstellst!
  • Deine Wünsche werden erfragt und soweit es geht berücksichtigt.
  • Es wird dir geglaubt.
  • Du wirst - wenn nötig - geschützt.
  • Du wirst Informationen erhalten, die dir helfen Entscheidungen zu treffen.
  • Gemeinsam wird nach einer Lösung gesucht, die du mittragen kannst.
  • Wir achten darauf, dass wir dich verstehen können und du uns verstehen kannst. Wenn nötig, wird dafür gesorgt, dass jemand übersetzt.

Hilfe in der Krise

Manchmal kann man vor lauter Wut,


Traurigkeit oder Verwirrung nicht mehr denken. In einer solchen Situation ist es nicht leicht, eine gute Idee zu haben und positiv an die Sache heran zu gehen. Dann ist es wichtig, sich erst einmal zu beruhigen und wieder zu Kräften zu kommen.

Ein Gespräch im Jugendnotdienst kann entlasten, helfen die Gedanken zu ordnen und aus der tiefen Verzweiflung herauszufinden. Dann kann man den nächsten Schritt gehen...

Unter Krise versteht man eine besondere Form des Konflikts. Typisch für eine Krise ist, dass sie einem das Gefühl gibt, das alles ausweglos ist. Man fühlt sich starr, blockiert, oft auch gelähmt. Das klare Denken fällt schwer. Eine Lösung wird nicht mehr gesehen. Hier ist Hilfe wirklich nötig! Mindestens muss der Schaden begrenzt werden. Wenn es geht, auch behoben werden. Eine Analyse des Problems steht an und die Suche nach Lösungsmöglichkeiten.

Mobirise

Inobhutnahme

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notdienste

klären die akute Gefährdungssituation und übernehmen die Verantwortung für deine Sicherheit. Wenn nötig nehmen wir dich aus deiner Familie heraus. Das ist dann eine Inobhutnahme (wir nehmen dich in unsere Obhut). Meistens sind Eltern mit dieser Maßnahme einverstanden. Nur selten muss gegen den Willen von Sorgeberechtigten entschieden werden.

Unter einer Kindeswohlgefährdung versteht man alles, was die seelische und körperliche Gesundheit eines Kindes oder eines Jugendlichen bedroht.

Wer körperlich unterversorgt wird, also nicht genügend Essen, Sauberkeit, medizinische Versorgung aber auch Bewegung und Streicheleinheiten bekommt, wird krank und schwach. Wer seelisch unterversorgt wird, fühlt sich ungeliebt und wertlos.
Sich selbst lieb haben und gut für sich sorgen lernt ein Kind, wenn seine Eltern liebevoll und schützend sind und gut für es sorgen können. Oder aber wenn es von anderen Menschen die Unterstützung und Zuwendung erhält, die seine Eltern nicht geben konnten.

Angelika erzählt:

Eines Nachts haben mein Bruder Mark und ich es nicht mehr ausgehalten bei unserer Mutter. Wir sind zu unserem großen Bruder Moritz gegangen, der schon eine eigene Wohnung hat.

Moritz rief am nächsten Morgen im JND an und bat um Hilfe, weil er uns nicht beide für immer bei sich aufnehmen kann. Wir wurden abgeholt und in den JND gebracht.

Eine Beraterin hat mit uns beiden gesprochen.

Sie wollte wissen, warum wir weggelaufen sind. Mark und ich lieben unsere Mutter. Es war schwer einer fremden Person zu erzählen, wie es bei uns zu Hause ist. Wir wollten nicht, dass sie denkt, dass unsere Mutter schlecht ist. Aber sie trinkt. Manchmal schlägt sie uns, wenn sie getrunken hat, manchmal torkelt sie so, dass sie gegen Tische und Stühle fällt und sich weh tut. Wir sind beide oft traurig. Und ich kann oft nicht einschlafen, weil ich mir Sorgen mache, wie es meiner Mutter geht. Ich komme deshalb in der Schule nicht mehr mit, habe oft Kopfschmerzen und bin so müde. Wir haben unsere Mutter gebeten, Hilfe zu holen. Aber sie sagte, wenn wir jemanden erzählen, dass sie trinkt, sind wir nicht mehr ihre Kinder.

Deshalb haben wir lange niemanden etwas gesagt. Unser großer Bruder und unsere große Schwester, die wissen, was los ist. Die kennen das noch von früher, als sie noch mit uns lebten. Die sagen schon lange, dass wir raussollen. Aber weggehen ist schwer, ich hänge so an ihr, trotz allem und Mark auch. Aber wenn sie sich nicht helfen lässt...

Die Beraterin hat bei unserer Mutter angerufen und gesagt, dass wir bei ihr sind und gefragt, ob sie sich vorstellen kann, warum wir im Notdienst sind. Mama hat sofort gesagt: wegen meines Trinkens. Also weiß sie, was los ist. Sie meinte, sie werde mit dem Trinken aufhören. Die Beraterin meinte, wie wäre es mit gleich. Und wirklich meine Mutter ist ins Krankenhaus gefahren und hat sich auf die Warteliste für eine Entgiftung setzen lassen. Ich hätte nicht gedacht, dass sie das macht. Die Beraterin sagte, dass wir richtig gehandelt haben, weil durch unser Weggehen unsere Mutter gezwungen wird, sich zu entscheiden. Aber ich fand auch toll, dass sie uns nicht unter Druck gesetzt hat, sondern uns gesagt hat, dass wir uns Zeit lassen können zu entscheiden, was wir machen wollen und dass wir jederzeit auch wieder nach Hause könnten.

Mobirise

Aufnahme

Im 4. Stock unseres Hauses

ist die Unterbringungsetage mit einem Aufenthaltsraum, einer Küche, in der man auch sitzen kann, und mit 5 Zimmern plus Betreuerbüro. Bei Bedarf gibt es zusätzliche Zimmer auf einer anderen Etage.

Wer aufgenommen wird, unterschreibt unsere Hausordnung, die u.a. darauf hinweist, dass wir eine drogen- und gewaltfreie Einrichtung sind und gefährliche Gegenstände und Substanzen abgegeben werden müssen.

Rund-um-die-Uhr ist eine Kollegin oder ein Kollege als Gruppenbetreuung anwesend und immer ansprechbar, für alle Fragen, Ideen oder Probleme.

Wir achten darauf, dass alle respektvoll miteinander umgehen und sich geschützt fühlen können.

Es gibt zu essen und zu trinken, ein Fernseher steht zur Verfügung, Bücher können ausgeliehen und Gesellschaftsspiele gespielt werden. Man kann duschen und seine Kleidung waschen und trocknen.

Wer keine Termine hat (Jugendamt, Schule) kann in den Ausgang gehen; während der Woche bis 21 Uhr, am Wochenende bis 22 Uhr, ab 16 J. bis 23 Uhr.

Der Aufenthalt im Jugendnotdienst ist zeitlich begrenzt, die meisten Jugendlichen verbringen nicht mehr als ein, zwei Nächte hier, dann geht es zurück nach Hause, in eine Kriseneinrichtung oder in eine längerfristige Unterbringungsstelle.

Wenn Eltern und Jugendliche

immer wieder in gleicher Weise zusammen stoßen, sind sie in einem Teufelskreis gefangen. Sie werden wütend oder traurig, machen sich gegenseitig Vorwürfe, toben, schreien oder gehen sich aus dem Weg und rennen vor den Konflikten davon.

Niemand fühlt sich verstanden. Alle fühlen sich angegriffen und glauben sich verteidigen zu müssen. Jeder will beweisen, dass er Recht hat. Weil jeder so mit seinen eigenen Gefühlen beschäftigt ist, verliert sich der Blick fürs Gegenüber. Ärger und Schmerz machen egoistisch –leider!.

Wie kann man aus einem Teufelskreis herausfinden? Wer alte Pfade verlassen will, muss sich neugierig auf die Suche nach neuen Wegen machen. Und akzeptieren, dass jeder seinen Anteil an einem Konflikt hat. Gut ist, wenn man wirklich Interesse daran hat, die Sicht des anderen zu erfahren. Es lohnt immer, um einander zu ringen, zu reden, auch über das, was unangenehm, peinlich, störend ist. Alle Gefühle sind ok. Es kommt darauf an, wie sie geäußert werden.

Die sogenannten Feedbackregeln können helfen, Kritik so anzubringen, dass das Gegenüber sie verträgt und darauf eingehen kann. Dann kann aus dem Teufelskreis ein Engelskreis werden

Was versteht man unter Feedback
Feedback– das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet wortwörtlich „zurückfüttern“. Damit ist eine Rückmeldung gemeint.
Jemand hat etwas beobachtet, gehört, gesehen, erlebt und möchte einer anderen Person mitteilen, wie er das empfunden hat. Es geht nicht darum, dass der/die Andere schlecht oder doof ist, sondern dass etwas an dem Verhalten einen irritiert, ärgert, wütend oder traurig macht. Hilfreich ist Feedback, wenn es gelingt, meinem Gegenüber zu erklären, wie seine/ihre Art gewirkt hat und welche andere Verhaltensweise ich mir anstatt dessen von ihm wünsche. Wenn eine Schuldzuweisung vermieden wird, fühlt sich der andere nicht angemacht und muss sich nicht verteidigen. Dann ist er offen zuzuhören.
Und dann kann man darüber verhandeln, was sich in Zukunft ändern könnte, damit es nicht wieder zu Irritationen und Verletzungen kommt.
 
Hier zwei Beispiele wie der gleiche Inhalt mal angreifend, mal kooperativ transportiert wird.
Nicht so sinnvoll: andere Eltern erlauben auch, dass ihre Kinder lange weggehen. Ich finde es so gemein, dass ich das nicht darf.
Hilfreicher: Ich verstehe, dass ihr euch Sorgen um mich macht. Wenn ich euch sage, mit wem ich wo bin, kann ich dann länger weggehen?
 
Nicht so sinnvoll: Du gehst mir auf die Nerven mit deinem ständigen Gemecker!
Hilfreicher: wenn du so oft was an mir auszusetzen hast, merke ich, dass ich wütend werde.
Ich würde mir wünschen, dass du in Zukunft auch auf die Sachen achtest, die du an mir gut findest und Kritik nur dann äußerst, wenn es dir um etwas wirklich Wichtiges geht.

Zurück nach Hause

Manchmal reicht ein Beratungsgespräch aus,
um zwischen den zerstrittenen Familienmitgliedern vermitteln zu können. Wenn es zu einer echten Versöhnung kommt, ist es schön zu wissen, dass wir helfen konnten. Dann gehen die Jugendlichen wieder mit nach Hause, vielleicht abgesichert durch einen Bericht vom JND an das Jugendamt mit der Empfehlung, die Familie in Zukunft zu unterstützen. Auf jeden Fall wissen Eltern wie Kinder, dass sie sich immer wieder hierher wenden können, wenn es wieder mal zu Hause „rund“ geht. Es kommt aber auch vor, dass Jugendliche wieder mit nach Hause gehen, die wir gerne aufgenommen hätten. Manche sind noch nicht soweit. Es ist nicht leicht, seine Familie zu verlassen. Oft sind die Jungen und Mädchen ambivalent, d.h. sie sind hin und her gerissen zwischen bleiben und gehen wollen. Am Ende ist es die Frage, ob der Mut und die Kraft zu gehen ausreicht.

Es gibt Situationen, in denen sich Eltern von ihren Teenager erpresst fühlen. Auch hier kann Beratung helfen, indem durch sie herausgefunden wird, was die wirklichen Beweggründe für den Wunsch wegzugehen sind.

Eine Trennung ist immer ein großer Schritt und sollte gut überlegt sein. Wichtig ist zu wissen, dass man sich auch für eine gewisse Zeit trennen und auch wieder zueinander finden kann.

Verlegung in eine geeignete Einrichtung

Die Hauptaufgabe des Jugendnotdienstes -JND
ist die Klärung der Inobhutnahme. Die weitere Unterbringung im Rahmen einer Inobhutnahme wird von den freien Trägern der Jugendhilfe durchgeführt. Dazu hat (fast) jedes Jugendamt mindestens eine Kriseneinrichtung benannt, in die der JND direkt und – zu Zeiten, in denen das JA nicht zu erreichen ist - ohne vorherige Absprache verlegen kann.

Es gibt in 10 von 12 Bezirken insgesamt 12 regionale Kriseneinrichtungen, die durch das Jugendamt oder den JND belegt werden können. Außerdem gibt es drei überregionale Kriseneinrichtungen, die spezielle Zielgruppen haben:
  • Krisenwohnung Wildwasser - mädchenspezifische Unterbringung
  • Papatya - geschützte Einrichtung für Mädchen, die von Zwangsheirat und „Gewalt im Namen der Ehre“ bedroht sind (Adresse ist geheim, Kontaktaufnahme auch für professionelle Helfer nur über JND möglich)
  • Neuhland – Einrichtung für suizidgefährdete Jugendliche und Jugendliche mit psychischen Problemen.

Leitideen

  • Wir begegnen jedem mit Offenheit und Respekt
  • Wir betrachten Krisen als Chancen zur Veränderung
  • Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf die Kompetenzen und Ressourcen des Einzelnen und der Familie
  • Wir wollen Mut machen und Hoffnung geben
  • Wir begeben uns mit dir/mit Ihnen auf die Suche nach konstruktiven Lösungen
„Wenn der Wind der Veränderung stärker wird, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.“ Altes Sprichwort

Jugendliche in Krisen

Beratung

Wir beraten Jugendliche, die Probleme haben, sich Sorgen machen und sich Hilfe wünschen.

Es gibt viele Gründe zu uns zu kommen - hier eine Auswahl:
  • Immer wiederkehrender Streit mit den Eltern
  • Körperliche Gewalt
  • Schulangst
  • Unsicherheit wegen der eigenen Sexualität
  • „Falsche“ Freunde
  • Drogenkonsum
  • Eigene Aggressionen
  • Sexuelle Gewalt
Wenn du dich unwohl fühlst,

nicht gut schlafen kannst, dich selbst verletzt, dich betäubst und solche schlechten Gefühle nicht mehr aushalten magst, ist es Zeit, Hilfe zu holen!

Du kannst auch mit einem Freund/ einer Freundin herkommen. Oder dich erst einmal am Telefon beraten lassen - auch anonym.

Dein Problem muss aber nicht „groß“ sein. Wir beraten auch zu „kleineren“ Themen, oft kann dadurch vermieden werden, dass sie überhaupt größer werden.

Eltern in Krisen

Eltern von jugendlichen Kindern zu sein,

ist eine Herausforderung, der man sich mal besser mal schlechter gewachsen fühlt. Auch wenn es zunächst schwer fällt, Hilfe anzunehmen: Wir erleben immer wieder, dass eine Beratung zur Beruhigung der Situation beitragen und helfen kann, neuen Mut zu fassen und Lösungsideen zu entwickeln.

Ablösungskonflikte gehören zur Pubertät dazu. Sie sind aufreibend. Manchmal kommt man aus dem Teufelskreis der Streitigkeiten nicht mehr heraus. Fühlt sich hilflos und erschöpft.

Es entlastet, in einem professionellen Rahmen von seinen Sorgen und Ängsten erzählen zu können. Und es gibt viele Formen der Hilfe, über die wir gerne informieren.

Sie können alleine oder mit ihrem Partner und/oder ihren Kindern zum Jugendnotdienst kommen.

Fachkräfte/andere Erwachsene

Ob Lehrerinnen, Erzieher, Trainerinnen oder andere Erwachsene,

die sich um Kinder sorgen: es ist wichtig zu erkennen, wie weit man selber Hilfe anbieten und dann auch wirklich geben kann, oder wann es Zeit ist, andere Experten ins Boot zu holen.

Der Jugend- und Mädchennotdienst ist für die Klärung von Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bei Jugendlichen zuständig. Wir führen Familiengespräche durch und vertreten die Jugendämter bei deren Nichterreichbarkeit.

Gewalt

Formen der Gewalt
Gewalt ist leider immer wieder ein Grund, sich an den JND zu wenden.

Körperliche Gewalt
Erwachsene üben Gewalt gegen Kinder aus. Kinder tun sich gegenseitig weh. Kinder müssen zusehen, wie ihre Eltern sich schlagen. Das ist nie gut und nie richtig. Egal, was vorgefallen ist oder was du getan hast, niemand hat das Recht, dir wehzutun. Wenn du Angst vor Schlägen hast, traue dich anzurufen oder in den JND zu kommen.

Seelische Gewalt
Auch ohne Schläge kann man jemandem sehr wehtun. Worte können beleidigen. Kälte kann verletzen. Zu viel und zu wenig Liebe kann gleichermaßen belastend sein.

Sexuelle Gewalt
Sexuelle Gewalt von Erwachsenen gegen Kinder oder Jugendliche heißt jemand nutzt seine Macht aus, um sich zu holen, was er/sie haben will.

Was in den Köpfen von Menschen vor sich geht, ist Privatsache. Wenn aber jemand ein Kind oder einen Jugendlichen bedrängt, sich an seinem Körper zu schaffen macht, körperliche Berührungen erpresst oder erkauft, ist das sexuelle Gewalt. Sexuelle Gewalt gibt es auch unter Jugendlichen .

Beispiele sexueller Gewalt:

Ein Vater setzt sich abends

immer ans Bett seiner Tochter Betty und fängt an, sie unter der Bettdecke zu streicheln. Sie hat abends immer Angst vor dem Moment, wenn die Tür aufgeht und er reinkommt. Betty traut sich nicht ihrer Mutter etwas zu sagen. Ihr Vater hat damit gedroht , seine Frau und seine Kinder zu verlassen, wenn Betty ihr sagt, was er macht. Deshalb traut sie sich nicht, etwas zu sagen. Erst als sie sich 1 Jahr später in einen Jungen verliebt, fasst sie den Mut, von Zuhause wegzulaufen. Mit ihrem Freund kommt sie in den JND und bittet darum, aufgenommen zu werden.


Max lebt seit Wochen auf der Straße,

er war vorher in einer Einrichtung untergebracht, konnte sich aber nicht an die Regeln halten und flog raus. Eine Weile gelingt es ihm sich durch kleine Diebstähle über Wasser zu halten. Eines Tages begegnet er einem Mann, der ihm Unterkunft und Essen anbietet für „gewisse Gegenleistungen". Erst findet Max das nicht so schlimm, aber er ekelt sich immer mehr. Als er dem Mann sagt, dass er seine Berührungen nicht mehr will, wird er zornig. Sie streiten sich. Max landet mitten in der Nacht auf der Straße. Er ruft im JND an. Die Beraterin am Telefon lädt ihn ein, herzukommen. Max muss erst seine Scham überwinden, um im Gespräch von den sexuellen Übergriffen zu erzählen.

Er entscheidet sich nach der Beratung, den Mann anzuzeigen und sich auf eine neue Einrichtung einzulassen.


Angela hat einen Jungen im Chat kennengelernt

Er hat ihr versprochen, dass er gut zu ihr sein wird und sie lieb hat. Sie fühlt sich in ihrer Familie unwohl und ungeliebt und will ihm glauben. Sie läuft wegen ihm aus ihrem Heimatort weg und kommt nach Berlin. Die ersten paar Tage ist er wirklich lieb. Aber dann verlangt er von Angela, dass sie auch mit seinem besten Freund schläft. Als sie sich weigert, droht er damit, sie zu verlassen. Er setzt sie so unter Druck, dass sie alles über sich ergehen lässt. Sie fühlt sich schmutzig und benutzt. Weil sie sich schämt, traut sie sich nicht Hilfe zu holen. Bei einer zufälligen Polizeikontrolle wird festgestellt, dass sie weggelaufen ist. Sie wird von der Polizei in den JND gebracht. Hier bricht Angela weinend zusammen. Sie ist von der sexuellen Gewalt, die sie erfahren hat, sehr verletzt und voller Selbstvorwürfe. Angela hat Sehnsucht nach ihren Eltern. Zum Glück sind diese bereit nach Berlin zu kommen und gemeinsam zum Jugendamt zu gehen.

Häusliche Gewalt
Unter häuslicher Gewalt wird die Gewalt zwischen erwachsenen Liebespartnern verstanden. Meistens sind es Frauen, die von Männern Gewalt erfahren. Für Kinder ist es schwer auszuhalten, zusehen zu müssen, wie ihre Mutter geschlagen und gedemütigt wird. Zeuge von häuslicher Gewalt zu werden ist eine Form der seelischen Gewalt. Kinder müssen Gewalt mit ansehen, spüren die aggressive Atmosphäre und können nichts tun. Diese Hilflosigkeit führt zu allen möglichen Symptomen wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Selbstverletzungen.

Mehr Informationen dazu findet man bei www.gewalt-ist-nie-ok.de

Gewalt gegen sich selbst (Selbstverletzung):
Es gibt Jugendliche, die halten den seelischen Druck nicht gut aus.
Sie denken, sie müssten sich selbst verletzen, damit der Druck weniger wird. Meist verletzen sie sich nicht tief. Der Moment des Schmerzes ist für eine kurze Zeit eine Erleichterung. Aber keine wirkliche Lösung. Denn wenn der körperliche Schmerz nachlässt, ist der seelische wieder da.
Wenn du dich selbst verletzt oder Freunde hast, die das tun:
Hier erfährst du mehr zum Thema und darüber, wo und wie man sich helfen lassen kann.

www.neuhland.net

Erziehung – da rede ich mit

Meine Erziehung - da rede ich mit

Die Broschüre vom Bundesministerium der Justiz wendet sich an Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren. Sie greift typische Alltagsfragen rund um das Thema Erziehung auf und gibt Informationen darüber, wo die Grenzen dessen liegen, was Eltern dürfen und was nicht.
 
Der Ratgeber beantwortet ganz alltägliche Fragen wie z. B. „Dürfen meine Eltern mir Hausarrest oder Fernsehverbot erteilen?“, „Hab ich Anspruch auf Taschengeld und kann ich damit machen, was ich möchte?“ aber auch konkret rechtliche Fragen, wie „ Darf ich unter 18 Jahren Verträge abschließen? “. An Beispielen wie „Marios Piercing“ oder „Tanja will ausziehen“ werden diese rechtlichen Grundlagen des normalen Familienlebens dann ganz einfach und verständlich erklärt.
 
Er erklärt auch, wo junge Menschen im Notfall Hilfe bekommen können. Der Ratgeber will aber auch vermitteln, dass es für das Zusammenleben in einer Familie wichtig ist, Verständnis füreinander aufzubringen. Denn Kinder und Jugendliche brauchen vor allem Unterstützung, Zuwendung, Respekt und einen Rahmen, der ihnen hilft, sich beim Erwachsenwerden zu orientieren.
 

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Broschüre: Meine Erziehung

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