Für die Kinderschutzfachkraft sind folgende Fragen wichtig:

• Was sind die gewichtigen Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung? (Erkennen)

• Wie lässt sich die Gefährdungseinschätzung vornehmen? (Beurteilen)

• Welche Schritte sind (durch wen/ welche Fachkräfte) einzuleiten? (Handeln)


Mitteilung über eine Kindeswohlgefährdung

Jede Mitteilung (– auch anonym), die Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung enthält, ist von der Hotline-Fachkraft schriftlich aufzunehmen. Durch konkretes Nachfragen wird versucht möglichst weitgehend zu klären, wie die Situation vom Anrufer selbst eingeschätzt wird und welche Anhaltspunkte des vorgetragenen Sachverhalts auf eine Gefährdung hinweisen.

Mit der Aufnahme der Mittelteilung entsteht ein sogenannter Fall, der unverzüglich bearbeiten wird, und zwar

• in eigener Zuständigkeit oder

• durch sofortige persönliche Weitergabe an eine zuständige

Fachkraft im Jugendamt oder im Kindernotdienst/ Jugendnotdienst.


Wie geht es dann weiter...

Gibt es Anhaltspunkte für eine gegenwärtige oder akut drohende Kindesvernachlässigung oder Kindesmisshandlung, so wird unverzüglich ein Hausbesuch durchgeführt. Dies ist notwendig, um die Einschätzung der Kinderschutzfachkraft über die Mitteilung einer Kindeswohlgefährdung zu erhalten. Der Hausbesuch erfolgt zu zweit mit dem Ziel, eine Einschätzung der aktuellen Situation, der Verfassung des Kindes und eine Einschätzung und Bewertung zu seinen Lebensbedingungen vorzunehmen.

Dies umfasst:

• die häusliche und soziale Situation der Familie,

• das Erscheinungsbild des Kindes und sein Verhalten,

• das Gespräch (und ggf. die Zusammenarbeit) mit den Eltern.  

Ziel des Hausbesuches ist somit, durch eine Gefährdungseinschätzung, bei Bedarf Unterstützung und Hilfe für die Familie anzubieten.

Sofern eine dringende Gefahr für das Wohl des Minderjährigen eine Inobhutnahme erfordern sollte, wird diese vorgenommen (§ 42 Abs. 3 SGB VIII).