Mädchen und junge Frauen

Einblick in einen Raum des MND

geraten unabhängig ihrer kulturellen Herkunft und ihres religiösen Hintergrundes häufig auf Grund ihrer weiblichen Geschlechtszugehörigkeit in Krisen- und Gefährdungssituationen bzw. erfahren Benachteiligung und Diskriminierung. Der Mädchennotdienst bietet diesen Mädchen und jungen Frauen Beratung und Unterstützung in einem besonders geschützten Raum. Um dieses Angebot kontinuierlich zu gewährleisten, wurde der Mädchennotdienst 2006 als Spezialbereich im Jugendnotdienst integriert.

Im Mädchennotdienst wird Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 – 21 Jahren eine verlässliche und stabilisierende Situation geboten, die es ihnen ermöglicht, zur Ruhe zu kommen, Konflikte zu bearbeiten und unter Einbeziehung vorhandener Ressourcen gemeinsam mit den Sozialarbeiterinnen Lösungen zu entwickeln.


Im Mittelpunkt der Arbeit des MND stehen vor allem:

  • Mädchen und junge Frauen, die sich ausdrücklich von Frauen beraten und/oder betreuen lassen wollen
  • Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund, die auf Grund von Zwangsverheiratung, Diskriminierung und weiblicher Identifikationsprobleme einen besonderen Schutz benötigen
  • Mädchen und junge Frauen, die von sexueller, psychischer und physischer Gewalt bedroht sind oder diese erfahren haben
  • Unbegleitete Mädchen und junge Frauen, bei denen die Rückführung in das Herkunftsland unter der Berücksichtigung der Zustände durch Verschleppung in die Prostitution oder ähnliche Situationen geprüft werden muss
  • Mädchen und junge Frauen, die durch Schwangerschaft in eine Krisensituation geraten sind
  • Mädchen und junge Frauen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung im Elternhaus oder in ihrem sozialen Umfeld in Konflikt geraten sind sowie
  • Personen aus dem sozialen Umfeld der Mädchen und jungen Frauen, die im Zusammenhang mit einer realen oder vermeintlichen Notlage eines Mädchens Hilfe und Unterstützung suchen.
  • Mädchen und junge Frauen, die bereits selber Mutter sind und sich in einer Notsituation befinden, werden mit ihren Kindern zusammen aufgenommen.

Die bereits für den gesamten Arbeitsbereich Jugendnotdienst/Mädchennotdienst beschriebenen Kernaufgaben wurden für den Bereich Mädchennotdienst noch konkretisiert:

  • Aufgabenerfüllung durch weibliche pädagogische Fachkräfte in einem besonders geschützten Raum
  • Krisenberatung und Inobhutnahme von Mädchen ab 12 Jahren bis 17 Jahren
  • Krisenberatung und Unterbringung von jungen volljährigen Frauen (18 – 21 Jahre) nach sexuellen, psychischen und physischen Gewalterfahrungen sowie Vernachlässigung, Misshandlung und Diskriminierung
  • Telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr über eigene Zugangsnummer
  • Kollegiale Fachberatung

Der MND arbeitet eng mit der Krisenwohnung von Wildwasser und der Krisengruppe Papatya als mädchenspezifische Krisendienste für Minderjährige zusammen. Außerdem ist für die Mitarbeiterinnen die Vernetzung mit speziellen Beratungsstellen, wie z. B. „Drogennotdienst“, „Dick und Dünn“, „NeUhland“, „pro familia“ und „balance“, unverzichtbarer Bestandteil in der täglichen Arbeit.

Bei der Versorgung von jungen Frauen gibt es eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und Einrichtungen für junge Volljährige.